Glocken Kreuzkirche

Quelle: Ev. Kirchengemeinde Singen

 
 
 
 
 
Die Glocken der Singener Kreuzkirche
Die Geschichte unserer Glocken hängt eng mit der Geschichte unserer Kirche und der umliegenden Gemeinden zusammen. Bis 1783 gehörten Kleinsteinbach, Remchingen, Singen und Wilferdingen zusammen. Die Remchinger Kirche wurde aber zu klein. Eine Renovation oder Erweiterung war nicht geplant, da der Bauzustand sehr schlecht war. Im Januar 1783 wurde beschlossen, dass die Wilferdinger eine eigene Kirche bekommen, für Kleinsteinbach und Singen war die „noch zu gebrauchende“ Kirche in Kleinsteinbach bestimmt. In der Zukunft sollte aber Singen die „Mutterkirche“ der beiden Gemeinden werden. Die alte Kapelle wurde zu den Seiten hin erweitert, sodass Raum für 400 Kirchgänger entstand. In der erweiterten Kirche wurde dann auch die älteste unserer beiden Glocken aufgehängt. Die Glocke war von A. Speck in Heidelberg gegossen und ursprünglich für die Stadtkirche in Durlach vorgesehen.
1861 wurde eine zweite Glocke im Turm aufgehängt. Diese wurde aber im 1. Weltkrieg konfisziert und eingeschmolzen. 1922 konnte eine neue Glocke als Ersatz angeschafft werden. Diese wurde von der Glockengießerei Bachert in Karlsruhe gegossen und durch eine Spende von Christian Künzler, einem nach Amerika ausgewanderten Gemeindeglied, finanziert.
Im zweiten Weltkrieg wurde die größere Glocke beschlagnahmt und abtransportiert. Sie wird 1947 in einem Lager im Hamburg gefunden und 1949 wieder im Singener Kirchturm aufgehängt.
Seither läuten unsere Glocken wieder und laden zu den Gottesdiensten ein, begleiten sowohl Hochzeiten wie Beerdigungen mit ihrem Geläut. Außerdem laden unsere Glocken jeden Tag um 6 Uhr, um 12 Uhr und um 19 Uhr zu einem kurzen Gebet ein.
Die Glocken erinnern uns auch: Gott ist da, mitten im Alltag. Wenn die Glocken läuten, wird die Glocke durch einen Motor in Bewegung gesetzt. Sie schwingt hin und her. Und der Klöppel in der Glocke schlägt von innen an die Glocke und erzeugt den Ton. Die Glocken werden aber auch genutzt, um die Uhrzeit anzuzeigen. Zur Viertelstunde wird die Glocke von einem Hammer an der Seite einmal angeschlagen, zur halben Stunde zweimal und so weiter. Die Glocken erinnern an die Zeit, die uns durch die Finger rinnt und damit auch an unsere eigene Vergänglichkeit. Früher war es üblich, die Sterbeglocke zu läuten, wenn ein Mensch im Dorf gestorben war.
Rudolf Kaltenbach